20160616-artikel-de

ՄԵՆՔ - MENK

Resolution als Fundament

 

Am 2. Juni hat der Bundestag eine Resolution zum Völkermord an den Armeniern angenommen und dabei für dieses Verbrechen vorgesehenen juristischen Begriff "Völkermord" verwendet. Wichtig war auch die Erwähnung einer Mitschuld des Deutschen Reiches. Ohne Aussprechen dieser Wahrheit würde die Resolution für den deutschen Bundestag sinnlos bleiben. Obwohl das vorbereitete Papier sehr lang ist, kann man nicht weitere wesentliche Punkte darin finden wie die Vernichtung der Armenier in ihrer eigenen Heimat und Heimatverlust oder der Existenz von Diaspora usw. Auch war das Vorgehen nicht adäquat. Wenn mit einer Verspätung von 100 Jahren eine Resolution zum Verbrechen gegen die Menschlichkeit angenommen werden sollte, dann wäre es angebracht, dass die Regierung mit ihrer Vorgesetzten, die Ministern und die Abgeordneten in ihrer Gesamtheit anwesend sein und gemeinsam ihre Stimme für die Menschheit und Gerechtigkeit erheben sollten, insbesondere wenn keine einzige Folge dieses Verbrechens bis heute gelöst ist und Armenier immer noch derselben Gefahr ausgesetzt sind. Anscheinend ist die Zeit dafür noch nicht reif. Es muss auch zugegeben werden, dass auch die Armenier die Tatsache des Völkermords nicht immer korrekt und in ihrer Gesamtheit präsentieren. Auf jeden Fall bildet die angenommene Resolution aus der Sicht der Wiederherstellung der Gerechtigkeit ein wichtiges Fundament, um die künftigen Vorgehensweisen zu organisieren. Jede Entwicklung geht schrittweise vorwärts. Wenn für den ersten Schritt 100 Jahre nötig war, bedeutet nicht, dass wir auch für den nächsten Schritt so lange brauchen.

Das lange Resolutionspapier kann auch für Armenier folgendermassen zusammengefasst werden. "100 Jahre später können wir das Geschehene mit seinem Namen nennen, wir trauern, wir verbeugen uns vor den Opfern aber findet eine gemeinsame Sprache mit Türken um euch zu versöhnen. Aber Ihr habt keine Rechte ausser symbolische Sachen wie die Renovation einer Kirche usw. Wir helfen dabei, die Sache wird dann beendet und wird ein Stück Geschichte, über die alle in Ruhe diskutieren können".

Übrigens ist die herrschende Meinung in Europa dieser Variante ähnlich ist und nicht weit von der Denkweise türkischer Intellektuellen.

Jedoch können Armenier auf Wahrheit nicht verzichten und nicht von der Aufgabe zur Wiederherstellung der Gerechtigkeit fern bleiben.

 

MENK, 16.6.2016