20160516-artikel-de

ՄԵՆՔ - MENK

Der Nachbar um die Ecke

 

Einer der Ereignisse, die die Schweizer Gesellschaft in der letzten Zeit aufgeregt hat, war der vierfache Mord in einem ruhigen Schweizer Dorf kurz vor Weihnachten. Der Verbrecher war, im Voraus vorbereitet, in ein Haus eingedrungen und eine Frau, ihre zwei Söhne 13 und 19 Jahre alt und die Freundin des ältesten Sohnes bestialisch getötet indem zuerst den jüngsten Sohn sexuell missbraucht, danach die Kehle aller geschnitten und dann ihre Körper verbrannt hatte. Fast fünf Monate später konnte die Polizei den Verbrecher finden und verhaften. Der Verbrecher wohnte ca 500 m. entfernt vom Tatort, war Student, Trainer der Fussball Jugendmannschaft, freundlich, kurz unser netter Nachbar um die Ecke. Bis zu seiner Verhaftung lebte so unauffällig weiter wie bis zu seinem Tat. Seine Verwandten, Freunde und die Dorfbewohner waren erstaunt, wie so ein ruhiger Mensch so einen Tat ausüben konnte. Aber seine Verhaftung war eine Erwartung von der Gesellschaft, Anforderung für die Wiederherstellung der Gerechtigkeit, einen Zwang zur Verhinderung solcher Taten in der Zukunft und brachte für alle eine Erleichterung.

 

Bezogen zu diesem Tat können wir unsere Aufmerksamkeit auf zwei Punkte richten: Erstens, der Entscheidende für das Wesen einer Person nicht sein äusseres Erscheinen ist, sondern seines Seelenzustandes und seiner Geisteshöhe. Zweitens, wenn es Verbrechen gibt, dann soll der Verbrecher zur Verantwortung gezogen werden.

 

Was im Einzelfall verständlich ist, ist es schwer begreiflich auf der Ebene der Völker und Staaten.

 

Auch in der Nachbarschaft von Armenien existieren Staaten, deren sowohl Wesen bekannt ist (zumindest sollte den Armeniern klar sein) als auch ihr Verbrechen. Jedoch dürfen sie ihre Existenz unter Zustimmung der internationalen Gemeinschaft getreu ihren Wesen weiterführen.

Die Dorfbewohner hätten nicht erlaubt, dass der Verbrecher nach seiner wilden Tat sein Leben in der gleichen Art fortsetzen kann. Ebenfalls können Armenier unabhängig von den diversen Meinungen der internationalen Gemeinschaft (auch deren Wesen zu verstehen ist ein Muss) nicht erlauben, dass die in der Nachbarschaft lebenden Schuldigen ihr Vorhaben weiterführen.

 

MENK, 16.05.2016